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Angekündigte Erhöhung Energiekosten durch Entega

UWIGA kritisiert die angekündigte Erhöhung der Preise für Strom und Gas durch die Entega und fordert volle Transparenz für diesen Schritt.

Die Entega Vertrieb GmbH & Co KG hat zum 1. Januar 2008 Erhöhungen bei den Strom- und Gaspreisen angekündigt und begründet dies pauschal und lapidar mit den gestiegenen Beschaffungskosten.

Die UWIGA hält diese Begründung für nicht stichhaltig und fordert die Entega und ihre städtische Muttergesellschaft HSE auf, die betriebswirtschaftlichen Details für diesen Schritt offenzulegen.

Beim Vergleich der künftigen Preise mit den aktuellen Konditionen - welche die Entega wohlweislich in ihrer Ankündigung nicht erwähnt - wird nämlich schnell deutlich, daß der sog. Grundpreis durchgängig um mehr als 30% erhöht wurde, aber der nach Verbrauch abgerechnete Kwh-Preis lediglich um 5%.

Bei den steigenden Beschaffungskosten müßte doch eigentlich der Verbrauchspreis steigen, nicht aber die Basiskosten für den Hausanschluß - sollte man meinen.

Durch diese Form der Preiserhöhung werden als negativer Nebeneffekt auch noch die Leute bestraft, welche sparsam mit Ihrer Energie umgehen - egal wie hoch der aktuelle Verbrauch ist, der jetzt erhöhte Grundpreis fällt immer an.

Ebenso wie die Mannheimer MVV und die RWE Tochter Eprimo erhöht die zweite HSE Vertriebstochter, die E-ben an der Bergstrasse ihre Preise interessanterweise nicht. Obwohl E-ben in 2006 mehr als 850.000 Euro Verluste machte, die von der Mutter HSE (mit Hilfe deren Darmstädter Kunden ?) ausgeglichen werden müssen.

Kann etwa die kleine E-ben günstiger „beschaffen“ als die große Entega - vielleicht sollten die Entega-Einkäufer dann mal bei E-ben in die Lehre gehen, um auch in Darmstadt die E-ben Preise anbieten zu können.

Oder ist hier ausnahmsweise die offizielle Angabe richtig, bei der E-ben seien die Netzentgeltkosten geringer ? D.h. anders gefragt - sind die Netzentgelte der HSE zu hoch ?


Werden aus diesem Einnahmentopf die 25 Mio Euro finanziert, mit denen die HSE AG ein neues Institut zur Erforschung alternativer Energien gründen will.

Das wievielte Institut dieser grünen Politspielwiese in Deutschland ist das mittlerweile - finanziert aus Geldern von Kunden und Bürgern, die dazu nicht gefragt werden ?

Sicherlich aber kommen aus den überhöhten Netzentgelten die 166 Mio Euro, welche die HSE in den nächsten 8 Jahren als Sonderzahlung an ihre Aktionäre ausschütten möchte - sogenannte „stille Reserven“, die aufgedeckt werden bei der Übertragung ihrer Strom- und Gasnetzen an eine neue Tochtergesellschaft.

166 Mio „Reserven“, welche die HSE AG als Netzbetreiber über die vergangenen Jahre angesammelt hat aus den Einnahmen ihrer Kunden hier aus der Region.

166 Mio „Reserven“, die aber nur ca. 60% den kommunalen Eigentümern hier zugute kommt. Mehr als 66 Mio Euro gehen an den E.ON Konzern, der 40% an HSE besitzt und dadurch gleich doppelt hier in der Region verdient - sowohl an den gestiegenen Beschaffungskosten als auch an den HSE Gewinnen aus überhöhten Netzentgelten.

UWIGA fordert die Entega und ihre städtische Muttergesellschaft HSE AG auf, diese Fakten und Fragen freiwillig und umgehend zu erläutern. Dieses erst zu tun bei einer eventuellen gerichtlichen oder kartellrechtlichen Verpflichtung, hielte die UWIGA für ein ganz schlechtes Vorgehen und verdächtiges Zeichen.

Die UWIGA fordert auch den Oberbürgermeister und den rot-grün dominierten Magistrat auf, im Interesse der Bürger hier ihrer Verantwortung als Vertreter des Mehrheitsaktionärs Stadt Darmstadt gerecht zu werden wird und die notwendige Offenlegung und Transparenz bei den Unternehmen einzufordern.

22.11.2007